Mann und Frau operieren gleich gut


Erneut bewiesen
Mann und Frau operieren gleich gut
sheff/shutterstock.com

Die Chirurgie ist noch immer eine Domäne der Männer. Zumindest, was die Operierenden angeht. Dabei schwingen Frauen das Skalpell genauso gut wie ihre männlichen Kollegen, wie eine japanische Studie jetzt erneut ergab.

Vorurteile im OP-Saal

Es gibt immer noch Menschen, die glauben, Männer seien auf manchen Gebieten besser als Frauen. Auch in der Medizin kommen solche tradierten Vorurteile noch häufig vor. Sie werden dadurch unterstützt, dass auf manchen Arbeitspositionen vornehmlich Männern zu finden sind.

Ein solcher Bereich ist die Chirurgie. Zwar operieren inzwischen auch mehr und mehr Frauen – aber insgesamt sind es immer noch deutlich weniger als Männer, und sie erreichen zudem selten führende Positionen. So liegt der Frauenanteil in der Chirurgie in Großbritannien bei knapp 33%, in den USA bei 22 % und in Deutschland bei 18%.

In Japan werden nur magere 6% der Eingriffe von Chirurginnen durchgeführt. Ob diese schlechter operieren als ihre männlichen Kollegen, hat jetzt eine japanische Arbeitsgruppe anhand von 149 193 schwierigen Bauchoperationen aus der Zeit von 2013 bis 2017 untersucht.

Trotz schlechterer Karten gleich gute Ergebnisse

5% dieser Eingriffe waren von Frauen durchgeführt worden. Es stellte sich heraus, dass sie – aus welchem Grund auch immer – schlechterer Operationsbedingungen hatten als ihre männlichen Kollegen. Ihre Patient*innen waren kränker und hatten ein höheres Sterberisiko. Trotzdem glichen sich die Operationsergebnisse der männlichen und weiblichen Operateure. Es gab weder Unterschiede bei der Anzahl der Komplikationen noch bei der Sterblichkeit.

Diese Daten unterstreichen das Ergebnis einer etwas älteren amerikanischen Studie. Darin waren nach von Chirurginnen geleiteten Operationen sogar etwas weniger Patient*innen verstorben als wenn ein Mann operiert hatte. Mangelhafte Geschicklichkeit scheint also nicht die Ursache für den geringen Frauenanteil bei den Operierenden zu sein. Stattdessen sind hier wohl eher alte patriarchalische Strukturen am Werk, vermuten die Studienautor*innen.

Quelle: Ärzteblatt, British Medical Journal

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